Eifersucht ist nur Eitelkeit

Hier ein Auszug:

Der Liebesbegriff der meisten Menschen ist ein spezifisch monogamer und mit derlei Gedanken völlig inkompatibel, doch ist die Haltung, von der ich rede, nicht ganz so exotisch und schwer nachzuvollziehen, wie es manchen von ihnen scheinen mag. Denn im Umgang mit Freundschaften sind wir es gewohnt, auch intime, verbindliche und bedeutungsvolle Beziehungen ohne Exklusivitätsansprüche zu führen. So wie in Freundschaften auch kann es in nichtmonogamen Beziehungen zu Eifersüchteleien kommen, aber genauso wie in Freundschaften sollte man Eifersucht nicht zur Tugend und zum Liebesbeweis umlügen, sondern rücksichtsvoll und selbstkritisch damit umgehen. Auch unseren Geliebten sollten wir Freunde sein und sie nicht schlechter als Freunde behandeln.

Das Problem an der Monogamie ist weniger, dass sie mir zumutet, auf einen Teil meiner Freiheit zu verzichten. Fragwürdig ist es vielmehr, dem anderen 
einen solchen Verzicht abzuverlangen, wo – nüchtern betrachtet – nichts außer persönlicher Eitelkeit ihn 
erforderlich macht und nichts als Lustfeindlichkeit ihn rechtfertigt.

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